Sonntag, 1. August 2010 |
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Fotos: Angelo Kaunat, Katharina Gossow
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Text Mutlu Aslan
Fotos Angelo Kaunat, Katharina Gossow |
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Spa: Das barocke Arrangement aus venezianischem Spiegel und vergoldetem Fauteuil ist mittig platziert, um dem Wellness-Bereich die Sterilität zu nehmen |
Arkan Zeytinoglu war der richtige Mann dafür. Zunächst betätigte er sich als Abrissunternehmer. Soll heißen, dass letztlich der Ausbau eines rohen Dachstuhls wesentlich günstiger gewesen wäre! Die gröbste Umbauhürde, die baupolizeilich abgesegnet werden musste, war der Einschnitt ins Dach, womit nicht nur eine zirka 20 Quadratmeter große atriumartige Terrasse entstand, sondern auch noch der Aufstieg zu weiteren 80 Terrassenquadratmetern ermöglicht wurde. Ganz nach oben führt eine von Atelier Zeytinoglu entworfene schmiedeeiserne Wendeltreppe.
Nicht nur bei den Umbauarbeiten, auch beim Feintuning hat sich der Hausherr auf die Kreativität seiner Architekten verlassen. So wurde das Gäste-WC mit eigens entworfenen und handgefertigten Spiegelfliesen im Ziegeldesign bis zur Decke verfliest. „Man fühlt sich wie im Kern eines Swarovski-Kristalls“, schwärmt der Hausherr.
Der Spa-Bereich der Dachwohnung macht gut ein Viertel der Wohnfläche, also 80 Quadratmeter, aus und beinhaltet neben dem Whirlpool, der auch als Schwimmbad zum Einsatz kommt, eine Sauna und ein Dampfbad. Wellness pur, auch fürs Auge! Denn für den gesamten Erholungsbereich wurde ein ausgeklügeltes LED-Beleuchtungssystem installiert. So lassen sich unendlich viele Farbschattierungen, besonders im Pastellbereich, via Fernbedienung mixen.
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Das Planschbecken. Von der eingelassenen Wanne aus kann man beim Baden den Blick über die Stadt schweifen lassen |
Bei den Einrichtungsstücken wurde dem Hausherrn die Auswahl leicht gemacht: „Ein guter Bekannter hat aus einer Vielzahl von Design-Katalogen eine Vorselektion getroffen. Ich habe mich lediglich entscheiden müssen“, so der Bewohner, der sich in erster Linie dem italienischen Design verschrieben hat. So kommen die gesamten Sitzgelegenheiten und ein Ziegenfell-Teppich aus dem Hause Minotti. Kästen, Sideboards und Tische, also die „Hardware“, sind zur Gänze Tischler-Maßarbeiten.
Der Boden im Wohnbereich wurde komplett aus einem sehr schicken Wenge-Parkett gefertigt, dessen dunkler Braunton es dem Hausherrn angetan hat.
Womit wir bei der Heizung wären - die hier nicht
konventionell funktioniert. Der Hausherr hat sich nämlich für eine Wandklimatisierung entschieden. Ein ebenso kostspieliges wie wirksames Klimasystem, bei dem sich durch die Wand Schläuche im Spiralmuster ziehen, die je nach Bedarf mit heißem oder kaltem Wasser gespeist werden. Im heißen JSommer stellte das Klimasystem seine Wirksamkeit unter Beweis: An keinem einzigen Hitzetag überschritt das Indoor-Thermometer die 25° C-Marke.
„Jetzt muss ich den Winter mal abwarten, um zu sehen, ob auch das Heizen tadellos funktioniert. Aber sehr viel wichtiger ist der kommende Sommer, denn da wird der Outdoor-Bereich gleich auf das Fünffache aufgestockt.“
Der Wermutstropfen dabei ist, dass sich damit auch eine neue Ebene einschleicht - weil sich die neu gewonnene Terrasse auf der obersten Dachfläche des Gebäudes befinden wird. Aber ein kleines bisschen Fitness soll ja auch nicht schaden.