Sonntag, 1. August 2010
 
   
 



Ecklösung. In den Hügeln von West Vancouver liegt das Haus von Ross und Melissa Bonetti. Der L-förmige Bau ist das Gehäuse für ein stilsicheres Interieur. Der Pool war von Anfang an Teil des architektonischen Konzepts



Freizügig. Das Haus öffnet sich innen nach allen Seiten und setzt auf eine lockere Raumaufteilung. Auf dem Küchenblock glänzt die Armatur „Tara Classic“ von Dornbracht



Feuerstelle. In der Küche wird, wie es Gourmets tun, auf Gas gekocht. Die hochglanzpolierte Arbeitsplatte kontrastiert mit dem dunklen Furnier der Fronten



Lümmelzone. Eine gelungene Einrichtung zählt für Ross Bonetti zu den einfachen Übungen:
Er ist der Chef des besten Inrterior-Design Stores von Vancouver.

Seine Wahl fürs Wohnzimmer: Sofa „Kline“ von Minotti, Coffee Tables von Kartell, der hölzerne Hocker „Backenzahn“ von E15, Stühle „FU09“ von MDF und über allem scheint die Lampe „Tolomeo Mega Floor“ von Artemide



Klassische Moderne. Die Einrichtung gleicht einem Who's who des modernen Designs, was sich allein schon im Essbereich zeigt, mit den Stühlen „Catifa“ von Arper, der Lampe „Glo-Ball“ von Flos, dem „Tondo Table“ von E15 und dem „Siena Teppich“ von Minotti

 

Text Tina Preschitz   Fotos Jack Coble

 

 

Sein Haus ist ein Showroom für ­feines Design. Kein Wunder: Ross Bonetti ist in Vancouver der Mann für Designmöbel. Wir haben seine Residenz inspiziert & sind inspiriert

 

 

 

 

 

Vollständige Story: H.O.M.E.-Deutschland 04/07

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Vancouver City ist das perfekte Postkarten-Motiv: Eine beeindruckende Skyline mit Glastürmen nimmt dabei das Zentrum des ­Bildes ein. Im Vordergrund sind kleine Strände und Meeresbuchten, in denen selbst mitten im Winter vorwiegend Segelboote vor sich hin schaukeln, und direkt hinter den Glas­türmen wölben sich die schneebedeckten ­Berge und bilden einen recht eindrucksvollen Rahmen.

 

Die mit Wald bedeckten Ausläufer dieser Berge zählen zu den beliebtesten Wohngebieten des Greater Vancouver Regional District, wie die korrekte Bezeichnung lautet. Was sich wie superkitschige Touristenwer­bung liest, ist in Vancouver gar nicht kit­schige Realität. „Alle Leute hier sind absolute Outdoor-Fans. Ich kenne zumindest niemanden, der es nicht ist“, erklärt Ross Bonetti, und er lebt immerhin schon sein ganzes Leben hier.

 

Seit 19 Jahren zählt sein Interior-Design Store „Livingspace“ zu einer der ersten Adressen, wenn es um europäische Edelmarken wie Minotti, Ligne Roset oder MDF Italia geht. In seiner Freizeit nützt er die Gegebenheiten: „Im Winter wird Ski gefahren, im Sommer stehen Mountainbiken, Segeln, Wandern oder Golfen auf der Tagesordnung.“ Eine Naturverbundenheit, die sich nicht nur bei Hobbys bemerkbar macht, sondern unter anderem auch beim Hausbau.

 

Das Heim von Ross und Melissa Bonetti ist dafür nur eines von vielen Beispielen. Es liegt in den vorhin beschriebenen Hügeln von West Vancouver. Wer nicht aufpasst, der fährt direkt daran vorbei, denn von der Straßenseite aus betrachtet wirkt es relativ unspektakulär. „Das war auch unsere Inten­tion oder besser die unserer Architekten. Das Haus sollte von außen anonym wirken und nichts von seiner Besonderheit preisgeben. Erst wenn man es betritt, öffnet es sich nach allen Seiten, bis hin zur Terrasse und zum Pool“, erzählt Ross Bonetti.

 

Das auf einem Hang liegende Grundstück ist mit ziemlich hohen Bäumen bedeckt. Bo­netti: „Ohne diese Riesen hätten wir wohl eine ziemlich spektakuläre Sicht auf die Stadt, aber sie waren erstens schon vor uns da und zweitens verleihen sie dem Haus noch mehr Privatsphäre.“ Und tatsächlich hat man das Gefühl, sich gerade mitten im Nirgendwo zu befinden anstatt in einer Zwei-Millionen-City. Wahrscheinlich wundert man sich deshalb auch nicht über das Adlernest in einem der Bäume und Geschichten von Bären, die gelegentlich durch den Garten streunen.

 

Erstanden haben die Bonettis das Grundstück vor etwas mehr als drei Jahren. Damals lebten sie gar nicht weit weg von hier in einem Haus, das ihnen mit den drei Kindern langsam zu klein wurde. „Ich bin hier regelmäßig vorbeigejoggt und habe oft eine kurze Pause eingelegt und mich gefragt, wem das wohl gehört“, erzählt Ross. „Meine Frau sah dann eines Tages eine Anzeige in der Zeitung, dass in der Nähe unseres alten Hauses ein Grundstück zum Verkauf stand, und wir haben uns sofort auf den Weg gemacht, um festzustellen, ob es sich tatsächlich um dieses Grundstück handelt.“ Der nächste Schritt war ein Anruf bei dem befreundeten Architekten-Paar David Battersby und Heather Howat, das ebenfalls sofort zur Besichtigung anrauschte.

 

„Wir kennen die beiden schon länger, und es war immer klar, dass sie unser Haus bauen würden, deshalb wollten wir unbedingt ihre Meinung dazu hören.“ Die Architekten waren sowohl von der Lage als auch von den Bäumen ebenso angetan wie die zukünftigen Hausbewohner und machten sich sofort ans Planen. Einer der wichtigsten Aspekte für ihre Arbeit: Das Haus sollte sich an die Umwelt, in dem Fall vor allem an die Hanglage, anpassen und nicht umgekehrt.