Donnerstag, 9. September 2010
 
   
 



Nicht für die Tierwelt. Der immer stärkere Einsatz des Baumaterials Glas sorgt derzeit für ein großes Vogelsterben


Gebäude in der Landschaft sind nicht nur Hüllen für Menschen, sondern auch Hindernisse für Tiere. Vor allem für solche, die fliegen. Eines der größten Probleme dabei ist das Material Glas. Neben der Zerstörung und Beraubung natürlicher Lebensräume stehen Glasflächen in der Architektur an oberster Stelle, was die Sterbensrate von Vögeln betrifft.

 

Die Dichte an Unfällen ist groß: Laut einer Studie aus Manhattan, die im Vorjahr durchgeführt wurde, knallen pro Quadratkilometer Stadtgebiet jährlich rund 160 bis 170 Vögel gegen bauliche Hindernisse aller Art, am häufigsten jedoch gegen Glasscheiben.

 

„160 Vögel pro Quadratkilometer? Das mag beim ersten Hinhören nicht besonders tragisch klingen“, meint der Wiener Ornithologe Martin Rössler, „wenn man allerdings bedenkt, dass das auf der Fläche einer mitteleuropäischen Großstadt 50.000 bis 100.000 Vögeln pro Jahr entspricht, sieht die Sache schon anders aus.“

 

Noch tragischer ist die Sterbensrate in amerikanischen und asiatischen Ballungsräumen mit einer entsprechend hohen Dichte an Wolkenkratzern und Stahl-Glas-Architektur. Allein in Kanada und den USA sterben pro Jahr rund 34 Millionen Vögel durch Aufprall an Glas, wie das Wilson Journal of Ornithology kürzlich berichtete.

 

 

 

Ein häufig vernachlässigtes Problem moderner Architektur betrifft nicht den Menschen, sondern die Tierwelt. Immer mehr Vögel knallen gegen Glasfassaden von Hochhäusern, öffentlichen Gebäuden und Winter-

gärten.

 

H.O.M.E. suchte nach einer Symbiose zwischen Aussicht und Einsicht.





Text

Wojciech Czaja

 

Fotos

Irene Schaur, Steve Hall@Hedrich Blessing

 

 

Komplette Story: H.O.M.E. April 2010